Quo Vadis griechenland

DeAWM CIO Flash: Parlamentswahlen in Griechenland – eine endlose Geschichte? 5. Januar 2015

Investoren sollten jetzt umsichtig und geduldig sein. Die Unsicherheiten werden hoch bleiben, wie auch immer die Wahlen ausgehen. In den letzten Wochen wurden die europäischen Märkte vom Glauben unterstützt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang 2015 ihr “öffentliches” Quantitative Easing (QE) startet. Daher ist eine wichtige Frage, ob ein öffentliches QE auch ohne griechische Beteiligung möglich ist. Im Jahr 2012 hatte Mario Draghi angedeutet, dass es einen Plan für das OMT-Programm ohne Beteiligung Griechenlands gibt. Wenn das EZB-Treffen am 22. Januar Details über eine mögliche

Ausgestaltung eines öffentlichen QEs nennt, wird die Tatsache, dass ein weiteres QE möglich ist, die Märkte beruhigen und eine breite Unterstützung für die europäischen Märkte darstellen. Eine Option ist, anstelle zentraler Käufe der EZB jegliches europäische QE über die nationalen Zentralbanken laufen zu

lassen, welche die Anleihen ihrer eigenen Regierungen kaufen.

 

— EUR: Der Euro ist in den letzten Tagen stark gefallen und wir rechnen mit weiteren Verlusten.

— Aktien: Die fortlaufende Diskussion über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone führt sowohl zu politischer Instabilität als auch zu wirtschaftlicher Unsicherheit, was wiederum die Volatilität an den europäischen Aktienmärkten antreibt. Wir bevorzugen derzeit US-Aktien.

— Anleihen: Obwohl die Renditen 10-jähriger griechischer Staatsanleihen angestiegen sind, haben die Anleihen anderer Peripheriestaaten bisher kaum reagiert. Dennoch, wie oben beschrieben, ist dies keine Garantie dafür, dass die entspannte Lage an den Märkten anhält. Sollte es einen Zahlungsausfall

Griechenlands oder einen Austritt aus der Eurozone geben, könnten Investoren sich damit trösten, dass ein wesentlich geringerer Anteil der griechischen Staatsschulden vom privaten Sektor gehalten wird als vor 3 Jahren (21% im Dezember 2014 gegenüber 63% im Dezember 2011)1. Eine Zahlungsunfähigkeit hätte dennoch weitreichende Auswirkungen auf die Eurozone, seien es unmittelbare Abflüsse aus anderen Peripherieländer oder steigende Sorgen über die langfristige Stabilität der Eurozone. Sollte sich zeigen, dass Syriza die Situation in Griechenland kontrollieren kann, könnte dies anderen anti-europäischen Parteien (z.B. Podemos in Spanien) Auftrieb geben. Die Folgen eines Ausstiegs Griechenlands wären wahrscheinlich bedeutend und langfristig, auch wenn die Kapitalmärkte kurzfristig beruhigt werden könnten.

— Auch wenn eine von Syriza angeführte Koalition oder eine ND-Regierung schnell die Verhandlungen mit der Troika aufnimmt, bleibt die Situation für Anleger ungewiss. Griechenland ist kein eigenständiges Problem – es wird langfristige Folgen für die EZB Politik und die zukünftige Ausrichtung der Eurozone und

somit für europäische Kapitalanlagen generell nach sich ziehen.

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